Home At What Cost? | Habitat for Humanity veröffentlicht Studie zu Wohnsituation

„Home At What Cost?“

– globale Studie zu Wohnkosten erschienen

Global Housing Research: über 30.000 Menschen befragt

Wohnen ist ein Menschenrecht – aber um welchen Preis? Menschen verzichten auf Lebensmittel, medizinische Versorgung und finanzielle Sicherheit, um ihre Mieten bezahlen zu können. Das zeigt der am 05. Oktober 2026 veröffentlichte globale Forschungsbericht „Home at What Cost?“ von Habitat for Humanity International. Die Untersuchung basiert auf Befragungen in 22 Ländern und den Antworten von mehr als 30.000 Menschen.

Drei von vier Menschen (75 %) in den 22 untersuchten Ländern geben an, im vergangenen Jahr bei mindestens einer Ausgabe gespart zu haben, um ihre Wohnkosten tragen zu können. 33 % gaben weniger für Lebensmittel aus, 32 % griffen auf Ersparnisse oder Notfallrücklagen zurück, und 13 % verschoben oder vermieden medizinische Behandlungen. 

Diese Belastungen wirken sich auch auf die Familienplanung aus. Mehr als die Hälfte der Befragten (56 %) sagt, dass hohe Wohnkosten die Entscheidung für eine Familiengründung erschweren. Bei Angehörigen der Generation Z und den Millennials steigt dieser Wert auf 62 %.

Gravierende Studienergebnisse

  • Fast die Hälfte der Befragten (48 %) sorgt sich, dass bereits ein unerwartetes Ereignis oder ein finanzieller Rückschlag ihre Wohnsicherheit gefährden könnte. 
  • 58 % der Eltern befürchten, dass die Wohnkosten die Chancen ihrer Kinder einschränken. 
  • 35 % nennen ihre Wohnsituation als eine der größten Stressquellen in ihrem Leben. Bei Menschen in informellen Wohnverhältnissen steigt dieser Wert auf 64 %, bei Angehörigen der Generation Z und Millennials auf jeweils 39 %. 

 

 

Aufgeschobene Familiengründungen und sinkendes Wohlbefinden

Die Auswirkungen hoher Wohnkosten reichen weit über das Haushaltsbudget hinaus. Sie beeinflussen sowohl das aktuelle Wohlbefinden als auch die konkreten Zukunftspläne vieler Menschen: 

  • Mehr als die Hälfte der Befragten (56 %) sagt, dass hohe Wohnkosten die Entscheidung für eine Familiengründung erschweren. Bei Angehörigen der Generation Z und Millennials steigt dieser Wert auf 62 %. 
  • Fast sechs von zehn Eltern (58 %) sorgen sich, dass die Wohnkosten die Chancen ihrer Kinder einschränken. Dies verdeutlicht, wie Wohnungsdruck wichtige Lebensentscheidungen verzögert und langfristige Sicherheit erschwert. 
  • Die Unzufriedenheit mit der eigenen Wohnsituation ist besonders hoch in Ländern mit niedrigem Bruttonationaleinkommen, etwa in Côte d’Ivoire (66 %) und Äthiopien (63 %), verglichen mit dem weltweiten Durchschnitt von 35 %. 
  • Mehr als jede dritte Person (35 %) bezeichnet die eigene Wohnsituation als eine der größten Stressquellen im Leben. Dieser Wert steigt auf 64 % bei Menschen in informellen Wohnverhältnissen sowie auf jeweils 39 % bei Angehörigen der Generation Z und den Millennials. 
  • Mieterinnen und Mieter (28 %) berichten deutlich häufiger als Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer (19 %), dass ihre Wohnsituation sich negativ auf ihre Gesundheit auswirkt. 

 

Gleichzeitig sagen 89 % der Befragten, dass sich sicheres, komfortables und verlässliches Wohnen positiv auf ihre psychische Gesundheit auswirkt. Dies unterstreicht, dass Wohnen nicht nur eine finanzielle Frage ist, sondern zunehmend das Wohlbefinden, die Widerstandsfähigkeit sowie die Fähigkeit beeinflusst, für sich selbst und die eigene Familie zu sorgen. 

Auch der Klimawandel wirkt sich zunehmend auf die Sicherheit von Wohnraum aus. Fast ein Drittel der Befragten (30 %) erwartet, dass Extremwetterereignisse das Leben am derzeitigen Wohnort in den kommenden drei Jahren erschweren werden. Zudem geben 18 % an, dass ihr Zuhause sie nicht ausreichend vor extremen Wetterbedingungen wie Hitze, Kälte oder Überschwemmungen schützt. 

Der Bericht enthält eine detaillierte Auswertung der Ergebnisse, einschließlich regionaler und demografischer Analysen. Weitere Informationen zum Bericht sowie zu Habitat for Humanity International finden Sie auf Englisch unter habitat.org/homeatwhatcost

 

 

Wie wurde „Home At What Cost“ durchgeführt?

Die Befragung wurde zwischen dem 10. April und dem 30. Juni 2026 in 22 Ländern durchgeführt. Insgesamt wurden die Ansichten von 30.758 Personen erhoben. Zu den untersuchten Ländern gehören Argentinien, Australien, Barbados, Brasilien, Kanada, Côte d’Ivoire, Ägypten, Äthiopien, Guatemala, Indonesien, Irland, Kenia, Mexiko, Nepal, Nigeria, Polen, Südafrika, Südkorea, Trinidad und Tobago, die Türkei, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten. 

Der Bericht basiert auf einer von Habitat for Humanity International beauftragten Meinungsforschung. Ziel war es, besser zu verstehen, wie Menschen Wohnen in ihrem Alltag erleben. Die Studie ergänzt bestehende Wohnungsdaten, indem sie über systemische Kennzahlen hinausgeht und untersucht, wie Wohnen das Sicherheitsgefühl, die Bezahlbarkeit, Stabilität, Würde, Gesundheit, Chancen und das Gemeinschaftsgefühl von Menschen beeinflusst. 

 

Wie wurde "Home at what cost?" durchgeführt

 

Habitat for Humanity setzt sich weltweit für angemessenen Wohnraum ein

Die Studie zeigt, dass das Zuhause einen immens hohen Stellenwert im Leben der Befragten einnimmt. Wir als Habitat for Humanity vertreten die Überzeugung, dass angemessener Wohnraum die essenzielle Grundlage für die Verbesserung weiterer Lebensbereiche wie Gesundheit, Bildung und Einkommen bildet und setzen dafür weltweit Hilfsprojekte rund um das Thema Zuhause um. Zu den Maßnahmen unserer Projekte zählen Hausbau, Nachrüstungen und Renovierungen, Zugang zu Wasser und sanitären Anlagen, Schulungen und Beratungen zu Gesundheitsprävention und Landrecht, Aus- und Weiterbildungen im Handwerk sowie Katastrophenhilfe und Katastrophenvorsorgemaßnahmen.