Über uns

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Die Gründung von Habitat for Humanity

Habitat for Humanity wurde 1976 in Americus im US-Bundesstaat Georgia aus einer persönlichen Initiative eines sehr wohlhabenden Ehepaars heraus gegründet: Der Rechtsanwalt Millard Fuller und seine Frau Linda waren mit 29 Jahren bereits mehrfache Millionäre, als sie eine radikale Lebenswende vollzogen. Denn während sie finanziell immer reicher wurden, litten die Gesundheit, das Sozialleben und auch ihre Ehe. Auf der Suche nach einer sinnvollen Lebensaufgabe entschieden sich dazu, ihren gesamten Besitz zu verkaufen und Geld an bedürftige Menschen zu spenden. Schließlich stießen sie auf die „Koinonia Farm“, eine Gemeinschaft in der Nähe von Americus, die auf verschiedene Weise christliche Werte in die Praxis umsetzte. Gemeinsam mit dem Koinonia-Gründer Clarence Jordan riefen sie Hausbauprojekte für Familien ins Leben, die in miserablen Verhältnissen lebten.

Bereits dieser Ursprung des späteren Konzeptes von Habitat for Humanity beruhte auf den Werten Eigenleistung, Nachbarschaftshilfe, Freiwilligen-engagement und Finanzierungsfonds: Die Häuser wurden für einkommensschwache Menschen gebaut, ohne dass Gewinn damit erzielt wurde. Von den zukünftigen Hausbesitzern wurde erwartet, dass sie ihre Arbeitskraft für den Bau ihres eigenen Hauses, aber auch derer für Familien in ihrer Nachbarschaft einsetzten. Auf diese Weise wurden die Kosten des Neubaus minimiert, der Stolz über ein Eigentum gefördert und zusätzlich positive Beziehungen zwischen den Menschen innerhalb einer Gemeinschaft unterstützt. Das Geld, mit dem die Familien in kleinen Schritten ihr neues Zuhause abbezahlten, floss wiederum direkt in einen revolvierenden Fonds, aus dem dann mehr und mehr solcher Häuser gebaut werden konnten.

Das Experiment

war erfolgreich

Linda und Millard Fuller waren zutiefst beeindruckt davon, wie essentiell sich das Zuhause auf gesunde Lebensverhältnisse auswirkt und wie Familien auf diese Weise Krankheit, Chancenlosigkeit und Armut entkommen können. Durch ein neues Selbstwertgefühl entwickeln sich zudem wichtige Perspektiven für die Zukunft.

1973 wollten sie ihr neu entwickeltes Hilfskonzept auf seine Anwendbarkeit auch in anderen Ländern außerhalb der USA testen und so zogen die Fullers mit ihren vier Kindern nach Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, und begannen dort, Häuser für bedürftige Menschen zu bauen. Auch hier waren die nachhaltigen Bauprojekte ein voller Erfolg. Als die Familie 1976 wieder in die USA zurückkehrte, hinterließen sie in Zaire ein nachhaltig funktionierendes Hausbauprojekt unter einheimischer Leitung.

Ein nachhaltiges Konzept

Zurück in der Heimat gründete Millard Fuller schließlich eine neue, unabhängige Non-Profit-Organisation und Habitat for Humanity International war geschaffen. Der Name war zudem eine Referenz an die im selben Jahr erstmalig stattfindende UN Habitat-Konferenz in den USA. Die Fullers verwendeten von nun an ihre gesamte Energie darauf, Habitat for Humanity in der ganzen Welt bekannter zu machen und das erprobte Konzept weiterzuentwickeln.

Mit über 1.400 Geschäftsstellen ist Habitat for Humanity heute in jedem Bundesstaat der USA sowie in über 70 Ländern der Welt aktiv. In den USA und einigen anderen Ländern gehört Habitat for Humanity zu den größten und bekanntesten Hilfsorganisationen überhaupt. Bis heute engagiert sich kein Geringerer als der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter als Botschafter für Habitat for Humanity.