Vietnam

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Ein schützendes Zuhause – Wegweiser aus struktureller Armut

 

Obwohl Vietnam ein anhaltendes Wirtschaftswachstum verzeichnet, profitieren nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen davon. Vor allem der ländliche Raum ist von erheblichen strukturellen Problemen geprägt. Dies hat zur Folge, dass das Volkseinkommen zwischen Stadt und Land sehr ungleich verteilt ist: Während 60 Prozent der Bevölkerung auf dem Land lebt, werden hier nur 20 Prozent des Einkommens erwirtschaftet. Viele Menschen in den ländlichen Regionen leben in starker Armut und sind zudem regelmäßig von Naturkatastrophen betroffen. Dies alles wirkt sich immens auf ihre Wohnverhältnisse aus, die vielerorts unzumutbar sind.

Ein neues Zuhause war immer ein unerreichbarer Traum – die Geschichte von Bui Van Chau

Die Familie Bui besteht aus sechs Mitgliedern: Chau (39) und seine Frau Thi Luyen, Chaus Mutter Thi Tinh (75), seine Tochter Phoung Anh (8) sowie den zweijährigen Zwillingssöhnen. Gemeinsam wohnten sie in einer provisorisch errichteten Hütte in Man Duc, Tan Lac. Chau hat die Schule nach der 7. Klasse verlassen, seine Frau konnte ein Jahr länger zur Schule gehen. Beide leben vor allem von der Landwirtschaft. Die Familie besitzt etwa 2.000 qm Land, auf welchem sie nur einen geringen Ertrag an Getreide und Zuckerrohr erwirtschaften kann.

Daher arbeitet Chau auch als Saisonarbeiter, um das Einkommen der Familie aufzustocken. Insgesamt hat die Familie 200 Dollar pro Monat für den Lebensunterhalt; das reicht gerade zur Deckung der Grundbedürfnisse. Würde die Familie keine staatliche Unterstützung für die Gesundheitsversorgung und die Schulgebühren erhalten, wäre ihre Situation noch dramatischer.

Ihre Hütte war marode und darüber hinaus noch durch ein asbestverseuchtes Dach belastet. Gesundheitliche Beeinträchtigungen, Kälte im Winter, Hitze im Sommer, ständige Feuchtigkeit, Insektenbefall und keine sanitären Anlagen machten das Leben in ihrem Zuhause sehr beschwerlich. Man wusch sich an einer nahen Quelle und verrichtete die Notdurft in den Büschen. So sah der Alltag der Familie aus.

 

Ein Traum wird wahr

Ein neues Zuhause war immer ein unerreichbarer Traum.
Dieser Tag wurde Wirklichkeit, als die Familie im Rahmen des
Hausbauprojekts und mit der Hilfe zahlreicher Freiwilliger ein neues
Zuhause bauen konnte. Damit begann eine bessere Zukunft. 
Nach einem langen Arbeitstag kann die Familie nun in einem sicheren,
geschützten und würdigen Zuhause ihr Abendessen zubereiten
und einfach Familie sein. „Wir finden nachts erholsamen Schlaf,
da wir uns keine Sorgen mehr darüber machen müssen, 
dass es hinein regnet", sagt uns die Mutter. 

Auch für die Bildung ihrer Kinder kann Familie Bui nun etwas zurücklegen, denn sie muss das
mühsam Ersparte nicht mehr für Reparaturen der Hütte nutzen. Auf Grundlage einer stabileren
Gegenwart ist die berechtigte Hoffnung auf eine gute Zukunft gestiegen.
Das ist für die Familie das größte Glück.

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